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Der Schatten des Erbfeinds

bemerkte er, dass es die Lanze war, die vorhin an ihm vorbei zur Oberfläche geschossen war. Er ergriff sie und warf sie ins Trockene. Er tastete er nach dem goldenen Gegenstand, der auf der unteren Stufe lag und erkannte, dass es sich um eine Goldmünze handelte. Es musste eine der Münzen sein, die Andrew unterhalb des Kreuzes gefunden hatte. John erhob sich mühsam. Er bemerkte, dass er am Anfang einer kleinen Treppe kauerte, die hinter den vermeintlichen Quader führte. Was von weit unten betrachtet wie ein massiver steinerner Würfel aussah, war stattdessen eine Steinplatte, hinter der sich eine kleine, etwa mannslange Plattform verbarg. John richtete sich auf und wankte, mehr tot als lebendig, die Treppe hinauf. Als er nur mehr knöcheltief im Wasser stand, war ihm, als bebte die Erde. Was war das? Stürzten Mauern ein? Er kniff die Augen zusammen und erkannte mit Schrecken, dass das Licht, auf das er zugehalten hatte, ein gewaltiges Feuer war, das hinter der Bresche brannte. Und diese Öffnung in der Mauer war mit eisernem Gitter verschlossen, das in der Hitze dunkelrot glühte. Diese Glut hatte ihn hierher gelockt. Das Feuer erfüllte die Luft hinter der Steinplatte mit großer Hitze. Mit einem Mal schüttelten ihn Krämpfe. Es gelang ihm mit äußerster Anstrengung, aus dem Wasser zu klettern. Als er die Ausweglosigkeit seiner Situation erkannte, verließen ihn die Kräfte. Er brach in die Knie und schlug der Länge nach auf den steinernen Boden. Als er den Kopf heben wollte, drehte sich die Welt um ihn. Lag da nicht irgendetwas? Was war das nur? Ein verlorener Hammer? Er streckte den Arm aus. Dann aber wurde ihm schwarz vor Augen und er verlor das Bewusstsein. Zur selben Zeit, als sich John Carter verzweifelt anschickte, zum ersten Mal in die dunkle Tiefe hinab zu tauchen, hasteten zwei englische Soldaten zum Zelt des Heerführers hinauf. Herzog Heinrich beugte sich mit seinen Beratern gerade über eine Karte und überlegte, wie er weiter vorgehen wollte. Kurze, leise und unverständliche Wortwechsel erklangen. Dann trat der größere der beiden Männer vor. Einer der Offiziere des Herzogs gab ihm einen Wink. Der Mann senkte den Blick und räusperte sich verlegen, ohne den Feldherrn anzusehen. „Verzeiht, Mylord, es ist etwas geschehen“, raunte er. Ohne den Blick von der Karte zu lösen, fragte der Herzog: „Was ist so wichtig, dass du es mit mitteilen möchtest? Habt ihr etwas gefunden?“ Der Mann sah unsicher zu den anderen Bewaffneten. Dann räusperte er sich erneut. „Mylord, leider nein. Vier unserer Männer, 30


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