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Der Schatten des Erbfeinds

Die Idee für die Darstellung der Kreuzigungsstätte in den Gewölben der Burg, die John Carter und seinen Kameraden zum Verhängnis wird, kam mir, als ich im Jahre 2008 mit meiner Frau auf dem Jakobsweg durch die Schweiz wanderte und in Einsiedeln vorbeikam. Hier gibt es ein Museum, in dem nicht nur eine beeindruckende Krippenanlage von der Geburt Christi kündet, sondern auch ein gewaltiges Diorama, das auf beklemmende Weise die Kreuzigung von Jesus Christus zeigt. Dies hat mich zutiefst berührt und bei den ersten Überlegungen zur Handlung des Romans war mir sehr schnell klar, dass so eine Landschaft der Hintergrund für einige entscheidende Szenen werden musste. Die Geschichte der Hexenverfolgung hat mich ebenfalls schon lange in ihren Bann gezogen. Sie gehört zu den grausamsten und traurigsten Kapiteln der Christenheit. Das Verhör, dem sich Magdalena im Roman stellen muss, ist den Vernehmungsmustern entnommen, wie sie der berüchtigte „Hexenhammer“ den Inquisitoren empfahl. Auch wenn dieser erst in der Neuzeit entstand, kann man sich vorstellen, dass Ende des 14. Jahrhunderts, in dem unsere Geschichte spielt, ähnliche Verhörmethoden angewandt wurden. Die Verfolgungen der Hexen begannen damals allerdings erst und der grausige Höhepunkt wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten erreicht. Wie schon bei „Ilmgrund“ und „Der Tod aus der Wolfsgrube“ hat mich der Zufall, vielleicht aber eher ER da oben, manche Dinge erleben lassen, die sich im Roman wiederfinden und ihn hoffentlich abwechslungsreich und spannend machen. Das Ergebnis aller Recherchen, Gespräche und dem Eigenwillen der Romanfiguren haben Sie nunmehr gelesen. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Johannes, Magdalena und ihre Begleiter ziehen unterdessen weiter nach Santiago de Compostela, dem Apostelgrab. Aber auch in Spanien warten Gefahren auf die mutige Schar und die Gefährten geraten mitten hinein in den Strudel turbulenter Ereignisse. Vielleicht wollen Sie ja unsere Helden auf ihrem weiteren gefahrvollen Weg begleiten. Falls Sie sich aber anders entscheiden, so seien Sie vielleicht ab und an in Gedanken bei ihnen. Sie würden sich sicher freuen. Geisenfeld, im Oktober 2017 Wolfgang M. Koch 543


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